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Prof. Dr.-Ing. Prof. E.h. Peter Eberhard
Forschungsinteressen:
Der Schwerpunkt meiner bisherigen Forschungsarbeiten liegt im Bereich
der Dynamik und dort einerseits in der Mehrkörperdynamik und
andererseits in der Strukturdynamik. Diese Untersuchungen basieren
sowohl auf analytischen Methoden als auch auf numerischen, rechnergestützten Verfahren.
Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse lassen sich durch praktische
Anwendungen, die z.T. auf Industrieprojekten beruhen, und durch Experimente
belegen und die gewonnenen Erfahrungen fließen zurück in die
Weiterentwicklung der Methoden.
Themen, zu denen ich in diesen Bereichen Beiträge leisten konnte,
sind im folgenden zusammengefaßt. Meist sind diese Beiträge durch
entsprechende Veröffentlichungen belegt, vgl. auch die in Klammern
angegebenen Verweise auf meine beigelegte Publikationsliste .
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Mehrkörpersysteme:
Neben verschiedenen technischen Systemen [3, 8, 19, 20, 26], die als
Mehrkörpersystem modelliert und analysiert wurden, beschäftigte
ich mich auch mit grundsätzlichen
Modellierungsproblemen, wie der
standardisierten Modellerstellung und
-verwaltung [13] und der
hierarchischen Modellierung [18], bei der systematisch eine Sequenz
von verfeinerten Modellen betrachtet wird.
Die numerische
Simulation und die Visualisierung durch Animationen [7]
ermöglichen auch für komplizierte Systeme eine Beurteilung des
Systemverhaltens. Dabei können z.B. bei Problemen aus der
Biomechanik [20] auch nichtgeometrische Größen berechnet und
dargestellt werden.
Die
Optimierung und Systemsynthese war zentrales Thema meiner
Dissertation [D] und ist in vielen Aspekten weiterhin Gegenstand
mehrerer, z.B. auch im SFB 409 durchgeführten Untersuchungen
[1-12, 19, 26, 27, 29].
Computerprogramme zur Modellierung (NEWMOD), Simulation,
Empfindlichkeitsanalyse und Optimierung (NEWOPT/AIMS) und
Visualisierung (NEWANIM) wurden von mir und meinen Studenten entwickelt
und sind, gemeinsam mit anderen Programmen des Instituts, in mehreren
Firmen sowie in einigen Universitätsinstituten im Einsatz zur
Lösung technischer Probleme. Wichtig für die Akzeptanz auch
durch Nicht-Fachleute war die Entwicklung von graphischen
Benutzeroberflächen.
Das Mehrkörpersytemprogramm NEWEUL, das am Institut seit mehr als
zwei Jahrzehnten entwickelt wurde, wurde von mir mitbetreut. Eine
NEWEUL Demoversion samt Anleitung für Windows NT kann kostenlos geladen werden.
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Struktur- und Maschinendynamik:
Diese Probleme sind der zentrale Bestandteil meiner
Habilitationsschrift [H], in der Kontaktvorgänge für
verformbare und starre Körper untersucht wurden.
Ein hybrider Ansatz bringt Vorteile, wenn die Körper nicht
im andauernden Kontakt sind [H]. Wichtig bei der Modellierung
mit der nichtlinearen Finite Elemente Methode ist die Definition
geeigneter Kontaktelemente und die Herleitung der tangentialen
Kontaktsteifigkeitsmatrizen und -residuen durch eine konsistente
Linearisierung [H]. Damit können auch komplizierte Materialien
und große Verformungen untersucht werden. Bei der numerischen
Simulation waren viele Teilprobleme zu lösen, wie die
Newton-Raphson Iteration, die Zeitintegration, die
Gebietsintegration oder die Lösung dünnbesetzter linearer
Gleichungssysteme [H].
In der Maschinendynamik wurde z.B. die Regelung flexibler Roboter
untersucht, bei der Strukturschwingungen der Arbeitsbewegung der
Manipulatoren überlagert sind [26]. Diese aktiven, geregelten
Systeme, die mit Methoden der Systemdynamik beschrieben werden,
bildeten auch den Schwerpunkt meines Hauptstudiums mit dem
Hauptfach Regelungstechnik. Die Kombination von Mechanik,
Regelungstechnik und Elektronik, die sogenannte Mechatronik, ist
ein interessantes interdisziplinäres Arbeitsgebiet, mit dem
ich mich seit einigen Jahren beschäftige [13, 27, 30] und das
sicherlich Rahmen für weitere Arbeiten sein könnte.
Um komplizierte Dinge wie die hybride FEM/MKS Simulation untersuchen
zu können, die in kommerzielle Programme aufgrund fehlender
Schnittstellen nicht implementierbar sind, wurde unter meiner
Leitung das Programmsystem FEMEX entwickelt und z.B. zur Berechnung
aller Beispiele in meiner Habilitationsschrift und in vielen
Studien- und Diplomarbeiten verwendet.
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Schwingungslehre:
In der Schwingungslehre konnte ich sowohl analytische als auch
experimentelle und numerische Arbeiten durchführen
[21, 22, 25, 33-35]. In Experimenten wurde die Ausbreitung von
Wellen in gestoßenen Stäben gemessen und erfolgreich
mit analytischen Ergebnissen verglichen. Für diese
hochdynamischen Messungen wurden einerseits berührungsfreie
Meßverfahren wie die Laser-Doppler-Vibrometrie für
Verschiebungen und Geschwindigkeiten eingesetzt und andererseits
konnten mit Hilfe von Dehnmeßstreifen und sehr schnellen
Meßverstärkern Dehnungen und daraus Spannungen bestimmt
werden. Da es sich um sehr schnelle Vorgänge mit Abtastraten
bis zu 80 KHz handelt, waren viele schwierige praktische Probleme
wie Schirmung, Masseschleifen, Filterung, Schwingungsisolierung
etc. zu lösen.
Bei mehreren Arbeiten zur Optimierung sind Schwingungsprobleme
untersucht worden, so z.B. zur passiven und aktiven Dämpfung
von Schwingungen an Fahrzeugen [2, 3, 19], die durch deterministische
und stochastische Signale [8, 29] angeregt wurden. Da Versuche
für diese Beispiele sehr teuer sind, mußten numerische
Simulationen herangezogen werden. Diese Projekte wurden
teilweise in Kooperation mit Partnern aus der Industrie durchgeführt.
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Grundlagen aus anderen Fachgebieten:
Viele der durchgeführten Arbeiten beruhen auf Grundlagen
aus anderen Fachgebieten. Aus der Geometrie mußten z.B.
Dinge wie die Kollisionserkennung oder die Vernetzung
untersucht werden [15, 28, 31, 32], die Stochastik war
wichtig zur Untersuchung stochastischer Optimierungsverfahren
wie der Simulated Annealing Optimierung [D, 8, 29]. Konzepte
wie die Automatische Differentiation oder die
Empfindlichkeitsanalyse für numerische Integrationsalgorithmen
[12, 14, 16, 17] sind Probleme der Informatik, der
numerischen Mathematik und der symbolischen Computer Algebra.
Parallele und verteilte Berechnungen auf heterogenen
Rechnerclustern [D, 14] erfordern die Auseinandersetzung
mit Grundlagen der Informationsverarbeitung und Computerhardware,
ermöglichen aber hohe Flexibilität und große
Rechenzeitgewinne.
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